Rudolf Köster

Schon seit Schülerzeiten hat mich das fasziniert, was Erich Kästner so treffend „Gebrauchslyrik“ nennt und was Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Eugen Roth, Heinz Ehrhardt und andere uns in je eigener Art hinterlassen haben.

Ohne mich mit diesen Großen der deutschen Kleinkunst messen zu wollen, habe ich ihnen nachzueifern versucht.

Im Laufe der nunmehr freien Zeitverfügung nach meiner beruflichen Tätigkeit in Schule, Lehrerausbildung und Schulaufsicht hat die Zahl der so entstandenen kleinen Gedichte inzwischen das halbe Tausend überschritten.

 

Denn das Leben ist viel interessanter, als man es so beiläufig glauben mag. Und oft frage ich mich, ob ich im richtigen Film mitspiele. Dann hilft es mir, die Ungereimtheiten des Lebens in Verse zu fassen. Die so entstandenen einfachen Erkenntnisse werden zu einer Philosophie des Alltags, die erstaunlich oft dazu taugt, Hochtrabendes zu entlarven und scheinbar Simples als Weisheit zu erkennen.

 

Lange habe ich mich dagegen gesträubt, meine einfachen Beobachtungen des Alltags in Versform auch auf dem Buchmarkt zu veröffentlichen. Das Verseschmieden war für mich lediglich eine Art Hobby, und die ersten bei BoD (Book of Demand) in Auftrag gegebenen kleinen Bändchen für den Eigenbedarf waren nur als Mitbringsel bei Besuchen im Verwandten- und Bekanntenkreis gedacht. Da hat es dann natürlich dem Ego geschmeichelt, wenn ich lobenden Dank erfahren habe und nachgefragt wurde, ob man diese simplosophischen Verse auch käuflich erwerben könne. Sie seien nicht nur für den Eigengebrauch, sondern auch als kleine Geschenke eine prima Idee. Und nachdem ich inzwischen bei einigen Lesungen ebenfalls viel Zuspruch erfahren habe, ist es wirklich passiert: Es gibt nun sechs thematisch geordnete Bände „Simplosophisches“ im Buchhandel und bei den Versendern im Internet.